Methodik

TICKERKARTE ist ein unabhängiges Datenprojekt und steht in keiner Verbindung zur Polizei oder einer Behörde. Diese Seite erklärt, wie die Karte entsteht — und was sie nicht ist.

Vorweg das Wichtigste: Die Karte entsteht automatisiert und unter Einsatz von KI-Sprachmodellen. Meldungen werden maschinell eingelesen, in einzelne Vorfälle zerlegt, eingeordnet, zusammengefasst und verortet. Kein Mensch liest jede Meldung einzeln gegen. Automatische Verfahren machen Fehler — deshalb verlinkt jeder Eintrag seine Originalmeldung, und Hinweise auf Fehler werden geprüft und korrigiert (Abschnitt 9).

1. Welche Quellen werden verwendet?

Ausschließlich öffentlich zugängliche Pressemeldungen der Polizeibehörden. Jeder Eintrag verlinkt auf seine Originalmeldung; die Quelle ist damit an jedem einzelnen Vorfall nachprüfbar. Erfasst werden drei Arten von Zugängen:

Der Bestand umfasst derzeit 82.116 veröffentlichte Vorfälle in 366 Städten und Gemeinden aus 14 Bundesländern. Die Abdeckung ist bewusst ungleich: Sie hängt daran, wie viel eine Pressestelle veröffentlicht und ob sie einen maschinell lesbaren Zugang anbietet. Aus einer hohen oder niedrigen Zahl an Meldungen lässt sich deshalb nicht auf die Sicherheitslage schließen.

2. Was zeigen die amtlichen Vergleichsebenen?

Weil Pressemeldungen naturgemäß nur einen Ausschnitt zeigen, lassen sich auf der Karte zusätzlich amtliche Statistiken zuschalten — klar getrennt von den Meldungen und nicht mit ihnen verrechenbar:

Zwei Hinweise zur Lesart: In Gebieten mit wenig Wohnbevölkerung, aber viel Publikum (etwa Bahnhofs- und Innenstadtlagen) fällt jede auf Einwohner bezogene Häufigkeitszahl systematisch überhöht aus. Und amtliche Statistik und Pressemeldungen sind zwei getrennte Datenbestände — dieselbe Tat kann in beiden, in einem oder in keinem auftauchen.

3. Wie oft wird aktualisiert?

Der Import läuft täglich. Die amtlichen Statistiken werden nachgezogen, sobald die jeweilige Behörde einen neuen Jahrgang veröffentlicht — beim BKA und beim Unfallatlas üblicherweise im Frühjahr.

4. Wie werden Vorfälle erkannt und strukturiert?

Eine Pressemeldung ist selten ein Vorfall: Häufig fasst ein Dokument mehrere Ereignisse eines Tages zusammen. Solche Sammelmeldungen werden zunächst in einzelne Vorfälle zerlegt. Anschließend werden Kategorie, Zeitpunkt und Ortsangabe herausgelesen. Bilanzen, Statistiken, Termin- und Präventionshinweise ohne konkretes Ereignis werden nicht als Vorfall gezählt.

Für den größeren Teil des Bestands geschieht das regelbasiert. Für die Meldungen, die auf den Städteseiten sichtbar sind, kommt zusätzlich ein KI-Sprachmodell zum Einsatz: Es erkennt Kategorie, Ort und Zeit zuverlässiger als eine Regel und formuliert eine kurze, sachliche Zusammenfassung. Das ist ausdrücklich eine Umformulierung der öffentlichen Meldung, keine eigene Recherche und keine Bewertung. Maßgeblich bleibt immer die verlinkte Originalmeldung. Automatisch erzeugte Texte können Fehler enthalten; Hinweise darauf sind willkommen (siehe Abschnitt 9). Welches Modell eingesetzt wird, kann sich ändern — die Aufgabe bleibt dieselbe. Wie das datenschutzrechtlich eingeordnet ist, steht im Datenschutzhinweis.

Namen, Nationalitäten und identifizierende Personendetails werden nicht übernommen. Wo die automatische Prüfung einen Namensverdacht meldet, wird die Zusammenfassung verworfen und nur die Originalmeldung verlinkt.

Die Themenseiten (E-Scooter, Fahrrad, Graffiti, Schockanruf und andere) bündeln Meldungen über alle Städte hinweg nach einer festen Stichwortliste: Eine Meldung gehört zum Thema, wenn eine der genannten Schreibweisen in Titel, Zusammenfassung oder Textanfang vorkommt. Das ist eine automatische Zuordnung, keine amtliche Kategorie — jede Themenseite nennt ihre Begriffe und ordnet ein, was die Zahl misst: wie oft Pressestellen über ein Thema schreiben, nicht wie oft etwas geschieht.

5. Wie funktioniert die geografische Zuordnung?

Genannte Straßen werden ohne Hausnummer geocodiert (OpenStreetMap/Nominatim). Ist nur ein Stadtteil bekannt, zeigt die Karte dessen ungefähre Lage; ist gar kein Ort genannt, den Ortsmittelpunkt. Die erreichte Genauigkeit steht an jedem Eintrag — derzeit liegt gut die Hälfte auf Straßenebene, der Rest auf Stadtteil- oder Ortsebene.

Eine Punktposition ist immer eine Näherung: Sie markiert die Straße, nicht den Tatort. Bei langen Straßen kann die Abweichung mehrere hundert Meter betragen.

6. Welche Fälle werden nicht gezeigt?

Alles, was die Polizei nicht öffentlich meldet — also der weitaus größte Teil des Geschehens. Die Karte ist keine Kriminalitätsstatistik und keine Gefahrenkarte. Mehr oder weniger Meldungen in einem Gebiet können schlicht die Arbeitsweise der Pressestelle widerspiegeln.

7. Wie werden sensible Fälle behandelt?

Bei Sexualdelikten, häuslicher Gewalt, Fällen mit Minderjährigen und erkennbaren Privatadressen wird der Ort öffentlich nur auf Stadtteilebene angezeigt — auch wenn die Quelle genauer ist. Hausnummern werden grundsätzlich nicht erfasst.

8. Wie lange bleiben Meldungen sichtbar?

24 Monate ab Veröffentlichung, danach werden Einträge automatisch depubliziert. Betroffene können sich jederzeit an [email protected] wenden — bei plausiblen Hinweisen wird der Eintrag zuerst offline genommen und dann geprüft. Wie mit personenbezogenen Daten umgegangen wird, steht im Datenschutzhinweis.

9. Wie können Fehler gemeldet werden?

Per E-Mail an [email protected]. Hilfreich ist der Link auf den betroffenen Eintrag und eine kurze Angabe, was nicht stimmt — falsche Einordnung, falscher Ort, falsche Zeit oder ein Text, der die Quelle nicht korrekt wiedergibt.

10. Gibt es Feeds zum Abonnieren?

Ja — als RSS, ohne Konto und ohne dass hier etwas gespeichert wird: Der Feed-Reader holt sich die Datei, mehr passiert nicht. Jede Stadt-, Stadtteil- und Themenseite trägt neben ihrer Meldungsliste einen Feed-Link (z. B. tickerkarte.de/leipzig/feed.xml), ebenso jede Umgebungssuche — so lassen sich die Meldungen im Umkreis der eigenen Adresse abonnieren, ohne dass die Adresse diesen Server erreicht. Ein Feed enthält die 50 jüngsten Meldungen mit Zeit, Ort, Zusammenfassung, Koordinate und Link zur Originalmeldung. Einen Gesamt-Feed über alle Städte gibt es bewusst nicht. Adressen, Nutzungsbedingungen und ein Widget für die eigene Website stehen unter Feeds und Einbetten.

11. Wie funktioniert die Suche?

Die Freitextsuche durchsucht Titel, Zusammenfassung und Ortsangaben aller veröffentlichten Meldungen — bewusst nicht den vollständigen Quelltext, der etwa bei Vermisstenmeldungen Namen enthält. Aus der Anfrage werden Orte, Bundesländer und Zeitangaben („gestern", „letzte Woche", „September 2026") als Filter erkannt und lassen sich einzeln wieder abwählen; Phrasen in Anführungszeichen werden wörtlich gesucht, ein Minus schließt Begriffe aus. Wortformen werden zusammengeführt (Einbruch, Einbrecher, eingebrochen), Synonymgruppen erweitern die Anfrage (Pkw, Auto, Wagen), und bei Tippfehlern wird das nächstliegende bekannte Wort vorgeschlagen. Die Reihenfolge ergibt sich aus der Übereinstimmung mit Titel und Text, neuere Meldungen etwas bevorzugt. Suchergebnisseiten sind für Suchmaschinen gesperrt; für die Themen mit vielen Meldungen gibt es stattdessen die redaktionell gepflegten Themenseiten.